Worte für die Seele

Heilgedichte von Marianne Grund

Aus dem Leben gegriffen und mit dem Herzen geschrieben.

Ein echter Emmentaler

En ächte Ämmetaler

D’Gfüeu het en ächte Ämmetaler
ir Fuscht verpackt,
Ygrabe im Hosesack.

U hätti dä es Loch
U me merktis plötzlech doch
Wi n’är se derdür tät verlüüre,
Würd är säuber se chuum gschpüre,

Si blybti näbedra oder hinger ihm lige
Un är chönnti wyter drüber schwyge!

Ein echter Emmentaler 

Gefühle hat ein echter Emmentaler
in seiner Faust verpackt,
eingegraben im Hosensack.

Und hätte der ein Loch
und man säh es eben doch
wie er sie dadurch verlöre
würde er es selber kaum spüren.

Sie würden neben oder hinter ihm liegen bleiben,
und er könnte weiterhin über sie schweigen.

Eine heue Zeit

Eine neue Zeit

Was wir hegen und pflegen,
worin und wie wir uns bewegen
welche Gedanken in uns kreisen
welche Länder wir auch bereisen,
Können wir uns wirklich nur dadurch beweisen?

Oft sind wir mittendrin,
wissen in vielen Krisen nicht wohin,
suchen irgendwo unseres Lebens Sinn.

Jedoch richtet einer uns die Uhr,
spannt sorgsam unsere Lebens-Schnur
sieht Anfang, Ende und der Welten Wende;
misst an Worten unsere Taten
und leitet weise
den verschlungenen Weg unserer Reise,
bis Ordnung aus dem Chaos steigt

und wir geboren werden
in eine neue Zeit!                                 

Wenn Dinge geschehen

Wenn Dinge geschehen

Lange bevor es geschah
waren die Engel schon da.

Denn, wenn Dinge geschehen,
welche wir Menschen nicht verstehen, 

werden Engel gerufen,
kommen herab von den Himmelstufen,
ein jeder in seinem goldenen Gewand,
mit einen Krug aus Alabaster und Licht in der Hand;
Darin, alles zu sammeln
und alles zu wandeln

bis ein strahlendes Wesen aus Liebe aufbricht,
Dich zu trösten und zu begleiten,
Deine Schritte auf Erden zu leiten,
und Dich sorgsam beschützend vorzubereiten
auf die gemeinsame Reise im Licht!

                       

Dr erscht Schnuuf

Dr erscht Schnuuf 
tuet dr d’Tür zum Läbe uf
Du treisch Öpfu, Szepter u Chrone
u hesch hundert Schlösser zum drinne wohne
u hundert Schtüeu us Goud u Eduschtei für druffe z’throne
u i au dene Säu wartet unändlech viu Personau!
Uni bi Di Türöffner, Di Schleppetreger, Di Begleiter
u hane riise Fröid, weni gseh,
dass Du ganz genau weisch,
wo Du im Läbe häregeisch!

Der erste Atem 

Der erste Atem stellt
Dich Menschenkind in diese Welt,
zieht aus der Dunkelheit Dich ans Licht hervor,
öffnet Deinem Leben Tür und Tor,
reicht Apfel, Szepter Dir und alle Kronen,
schenkt hundert Schlösser Dir, darin zu wohnen
und hundert Stühl aus Gold und Edelstein darauf zu thronen
und in jedem Saal, wartet unendlich viel Personal!
und ich, Dein Türöffner, Dein Schleppenträger, Dein Begleiter
habe grosse Freude zuzusehn
wie achtsam Du Deinen Weg wirst gehn!

Weit und breit